Wichtig: Die im Rahmen unseres Luftfahrtprojekts gegebene Einführung über Modellhubschrauber erfolgt ausschließlich unter dem Blickwinkel des Einsteigers und Anfängers, die Darstellung und die Bewertung der Eigenschaften aus der Sicht eines durchschnittlichen Piloten für Koaxial-Helis. Geübte Piloten komplexerer Modelle würden teilweise natürlich zu anderen Ergebnissen kommen. Falls bei einem Gerät negative Tendenzen beobachtet wurden, haben wir zumindest ein zweites Gerät aus einer anderen Quelle zur Absicherung beschafft. Absolutheitsansprüche stellen wir dennoch nicht......
>>>>Achtung: Dieser Bericht beschreibt den mCPX in einer "zahmen" Einstellung für weniger perfekte Piloten.
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Eigenschaften |
Technische Daten |
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Zimmerflug: * |
- |
Typ: |
Pitchgesteuert |
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Freiflug windstill: * |
o |
Rotordurchmesser: |
24,5cm |
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Anfängereignung: |
- |
Gewicht: |
46g |
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Umsteigereignung: |
o |
Motore: |
brushed |
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Flugdauer: |
- |
Akku: |
3,7V 200mAh |
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Geräusch: |
+ |
Empfänger: |
3 in 1 DSMX |
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Funkreichweite: |
+ |
Sender: |
Spektrum DSMX |
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Flybarless: |
+ |
E-Flite Blade mCPX |
Frequenz: |
2,4 GHz |
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Motortemperatur: |
+ |
Kanäle: |
4 |
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Akkuwechsel: |
++ |
Der mCPX ist ein kunstflugtauglicher flybarless CP im Miniformat. Er ist mit den Kunstflugblättern selbst bei "zahmer" Einstellung für Anfänger und wenig Geübte kaum beherrschbar. Auch Umsteiger vom Koax zum CP sollten vorsichtig sein, ein gut eingestellter 450er ist einfacher zu beherrschen. Montiert man die beigefügten Freiflugblätter, so wird der mCPX deutlich zahmer, und ist dann auch für talentierte Umsteiger vom Koax oder mSR eine gute Lösung. Das Flugverhalten ist präzise und (bis auf Gier) extrem beweglich, es wird schnell hohe Geschwindigkeit erreicht, aus der nur durch aktives Gegensteuern abgefangen werden kann. Für Anfänger ein Problem. Geübte Piloten können den mCPX im Zimmer und im Freien bei geringem Wind ohne Turbulenzen nach einiger Übung gut im Rundflug fliegen und auch zum Einstieg in den Kunstflug nutzen, weil Crashschäden deutlich geringer ausfallen als bei einem 450er. Flybarless-System und Heck arbeiten im Rundflug präzise. Beim Kunstflug kommt der Heli auch wegen mäßiger Leistung an seine Grenzen. Er bedarf nach einem Crash einer sorgfältigen Kontrolle, Ersatzteile sind teils gewöhnungsbedürftig. |
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Vibrationen: * |
++ | |||
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Reparatur: |
o | |||
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Spaßfaktor: * |
++ | |||
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Crashfestigkeit: * |
o* | |||
| * Eignung für wenig geübte Piloten! * Für fortgeschrittene Piloten * Bei absolut korrekter Justage * Gashebel beim Crash auf Null !! * Gemessen am Koax | ||||
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Einige Eindrücke: Nimmt man den mSR aus der Verpackung, so fällt sofort das extrem geringe Gewicht auf. Der Walkera V120D03 ist doppelt so schwer und deutlich größer, hat aber mit 600er Akku eine deutlich längere Flugzeit. Damit das möglich ist, muss auf leichtes und dünnes Plastik zurückgegriffen werden, diskrete Komponenten sind nicht mehr möglich und werden zu Baugruppen komprimiert. Die Motore und der Akku müssen leicht sein. Dieses Konzept führt zu einem eher "billig" anmutenden Aufbau an den man sich erst gewöhnen muss. Im Gegensatz zum coreless Motor des mSR schein übrigens der Hauptmotor des mCPX leider ein ganz normaler Motor mit Eisenanker zu sein. Vergleicht man mit dem relativ gediegen aussehenden V120D03 mit Alu-Teilen, brushless Motoren und einem keinesfalls "billig" anmutenden Sender, so schneidet der mCPX auf den ersten Blick nicht sehr vorteilhaft ab. Wichtig ist aber nur was letztlich dabei herauskommt, der V120D03 fliegt sich zwar etwas "vornehmer", man spürt das höhere Gewicht und freut sich über einen nahezu lautlosen Antrieb, aber beim Flugverhalten und bei der Crashfestigkeit hat der mCPX eindeutig die besseren Karten. Zudem glänzt der mCPX mit einer für einen CP unglaublich einfachen und damit umsteigerfreundlichen Technik, komplizierte Einstellungen entfallen, da vom Hersteller einfach nicht vorgesehen. Ein echter Konkurrent zum mCPX könnte allenfalls der Walkera Genius CP sein.
Wir hatten erst einmal das Privileg unseren mCPX (weitgehend folgenlos) zu crashen. Wir gehen aber aufgrund von vielen Forenbeiträgen davon aus, dass er dabei nicht ganz unproblematisch ist. Zwar ist die Gefahr einer Beschädigung aufgrund der kleinen Masse geringer als bei einem großen Heli, aber doch immer noch so hoch, dass ein völlig unbeschwertes Fliegen wie beim mCX2 und mSR nicht möglich ist. Einige Ersatzteile sind übrigens nur für Besserverdiener erschwinglich. Sehr angenehm fällt auf, dass sich der Heckmotore nur wenig erwärmt, der Hauptmotor kam bei 6 Minuten Dauerschweben im Wohnzimmer auf 65 Grad, gerade noch akzeptabel. Die voll nutzbare Flugzeit mit einem 200mAh Lipo ist allerdings mit etwa 5 - 7 Minuten im Rundflug nicht sehr hoch. Schwerere Lipos könnten bei dem von E-Flite sehr genau ausgewogenen System und der nicht sehr hohen Motorleistung eventuell nicht sehr förderlich sein, und so ist diese geringe Flugzeit ein echter Mangel.
Die schief im Rahmen stehende Rotorachse des mSR hat sich E-Flite beim mCPX gespart, weil der Heli wegen des Flybarlesssystems beim Start keine besondere Tendenz zum Ausbrechen nach links zeigt. Einige Ersatzteilpreise sind in unseren Augen ein Zumutung. Eine sehr gute Lösung ist hingegen das komplett mit Motor und Kabel gelieferte Ersatzheck. Wer einmal bei einem Walkera Microheli einen Heckmotor anlöten musste wird das ungemein zu schätzen wissen. Angesichts der sehr geringen Flugdauer wäre es sicher sinnvoll das geniale Vierfachladegerät des mSR auch mit dem mCPX zu liefern, das Einfachladegerät erledigt seine Aufgabe ansonsten zuverlässig und recht schnell. Die mit dem mCPX gelieferte schriftliche Anleitung ist minimalistisch und mit Fehlern gesegnet, das ginge auch wesentlich besser. Zusätzliche Info gibt es nur auf einer beigelegten CD, netter Versuch, aber in unseren Augen keinesfalls Ersatz für eine wenigstens einigermaßen erfreuliche gedruckte Anleitung.
Einstellung: Den beigefügten sehr einfach gestrickten Sender wollten wir nicht nutzen, und haben daher unsere Spektrum DX7 Funke entsprechend programmiert. Da der 120 Grad Taumelscheibenmischer im Heli integriert ist, reicht ein einfacher 4-Kanal Sender in der Einstellung "Ein Servo 90 Grad". Die Möglichkeit das verbreitete Spektrum System zu verwenden ist ein großer Vorteil des mCPX, er ist sowohl kompatibel mit DSMX als auch mit DSM2. Bei der Verwendung eines eigenen Senders wie des DX7 ist eine sehr individuelle Anpassung des Helis an die Wünsche des Piloten möglich, bei uns heißt das konkret eine möglichst "zahme" Einstellung für stressfreien Rundflug sollte (falls möglich) gefunden werden. Wir können also keine Aussage über die Verwendung mit dem originalen Sender machen, auch nicht über die damit mögliche Funkreichweite. Probleme sollte es da aber auch wegen der geringen Entfernung zu Heli kaum geben, eine ganz perfekte Einstellung auf die Bedürfnisse ungeübter Piloten ist aber mit dem originalen Sender wohl etwas schwieriger.
Am mCPX selbst ist wenig einzustellen, eigentlich eine geniale Lösung. Man sollte bei neutraler Trimmung und am Gasknüppel eingestelltem Pitch Null (im Menü der Pitchkurve sollte das bei der DX7 der Wert 50 Prozent sein, bei anderen Sendern ist das eventuell anders) lediglich auf eine horizontale Taumelscheibe und ungefähr in der Mitte stehende Linearservos achten. Bei uns hat die Einstellung aus der Schachtel heraus fast perfekt gestimmt. Pitch Null stellt man dazu auf folgende Weise ein: Man setzt die Gaskurve im gesamten Bereich auf Null oder zieht die Stecker der Motore. Man dreht die für diese Einstellung nur vorübergehend(!) gut geklemmten Rotorblätter in den Blatthaltern bis an den Anschlag nach rechts. Die Rotorwelle selbst sollte man übrigens nur ganz vorsichtig am Hauptzahnrad verdrehen. Dann bewegt man den Pitchknüppel bis die Rotorblätter exakt eine gestreckte Linie bilden (siehe die Abbildung unten). Diese Linie signalisiert exakt den Pitch Null und sollte sich im Idealfall bei einem im Menü der Pitchkurve angezeigten Pitchwert von 50 Prozent einstellen Bei unserem Heli waren es 59 Prozent, diese Abweichung von 9 Punkten ist aber kein Grund zur Panik. Die Schieber der Linearservos sollten nun (ungefähr reicht) in der Mitte stehen. Steht die Taumelscheibe jetzt nicht exakt horizontal so justiert man die Länge der Gestänge (notfalls durch vorsichtiges Verbiegen in den 90 Grad Winkeln oder durch Drehen an den Kugelpfannen in der Hoffnung auf ein vorhandenes Gewinde auf dem Stahldraht). Die Grundeinstellung ist damit erledigt.
Will man den Pitch auf bestimmte Werte einstellen, so merkt man sich an einem Zollstock (siehe die Abbildung) die von der Blattspitze angezeigte Marke für Pitch Null. Wie man auf einfache Weise zum Beispiel den Minimalpitch auf -3,5 Grad (entspricht am Zollstock 6,6mm von der Nullmarke nach unten) und den Maximalpitch auf +8,5 Grad (entspricht am Zollstock 16mm von der Nullmarke nach oben) einstellt, zeigt die Abbildung. Die verwendete Formel ist übrigens eine Näherung, sie gilt aber ausreichend genau für normale Pitchwinkel.

Die Motorleistung des Helis ist nicht sehr imponierend, maximal erreichbare Drehzahl bei Pitch Null war 4300, im praktischen Betrieb muss man mit geringeren Drehzahlen auskommen und sogar in Kauf nehmen, dass die Drehzahl bei hohem Pitch (über ca. 6 Grad) leicht einbricht. Die Rotorblätter sollten sich mit nur ganz geringer Reibung in den Blatthaltern drehen, also nicht geklemmt aber auch nicht zu locker sein, das kann zu Schwingungen des Helis führen. Die Blattgriffe und die Blattlagerwelle sollte man vor jedem Flug auf korrekten Sitz prüfen, und bei ungewöhnlichem Spiel sofort genauer untersuchen. Bei der hohen möglichen Drehzahl von über 4000 ist ein wegfliegendes Rotorblatt eine erhebliche Gefahr, auch wenn es noch so klein ist.
Achtung: Die im Handbuch angegebenen Einstellwerte für die DX7 haben sich bei unserem Heli als für eine "zahme" Einstellung ungeeignet herausgestellt, und wir haben sie entsprechend geändert. Modelltyp: Heli, Taumelscheibe 1 Servo 90 Grad, Kanalumkehr: alle N, Timer auf 4 Minuten. Dann die Einstellungen für normalen Flugmodus (also keine Einstellungen für Kunstflug): Servowege alle 100%, nur PITC 75%. Dual Rate 60 für Nick, 50 für Roll, Expo 30 für Nick und Roll. Pitchkurve 47/62/75/87/94 und Gaskurve: 0/40/64/83/100. Einstellungen für Kunstflug "idle up" haben wir wegen der Beschränkung auf Umsteigertauglichkeit nicht überprüft. Die obige Pitchkurve ergab an unserem Heli einen Pitchbereich von -3,5 bis +8,5 Grad. Die Schwebedrehzahl war etwa 3600 kurz vor Mittelstellung des Knüppels (Pitch ungefähr 3,3 Grad) und brach bei Vollgas (Pitch 8,5 Grad) leicht ein. Es ist durchaus möglich, dass sich diese Einstellungen nach weiteren Versuchen noch geringfügig verändern.
Die Werte der Pitchkurve stimmen nur bei Wegbegrenzung PITC auf 75 Prozent, und sind von der individuellen mechanischen Grundeinstellung abhängig. Sie müssen also bei anderen Helis eventuell um um einen gewissen Betrag (bei allen Werten derselbe Betrag) abgesenkt oder angehoben werden. Wie schon oben erwähnt war unser Heli vom Werk so eingestellt, dass bei Pitch 59 am Sender (Pitchkurve) der Pitch am Heli 0 Grad war. Ist bei einem anderen Heli dieser Wert z.B. (wie eigentlich bei Pitch Null an der DX7 zu erwarten) 50, so müssten alle oben angegebenen Werte der Pitchkurve um 59 - 50 = 9 abgesenkt werden. Auch ein harmloser Crash kann durch leichte Verschiebungen an der Rotorwelle (Zahnrad, Stellring, Rotorkopf) zu einer Verschiebung der Pitchkurve führen, Qualität lässt grüßen......
Flugverhalten: Der mCPX wird mit zwei unterschiedlichen Sätzen von Rotorblättern geliefert, die sich vermutlich im Schwerpunkt und Vorlauf geringfügig unterscheiden. Das montierte Paar soll für Zimmerflug und Kunstflug verwendet werden. Das Fugverhalten mit dem anderen Paar (erkennbar an den angegossenen zylindrischen Nasen) ist ähnlich, aber erkennbar anspruchsloser, man sollte also für die ersten Flüge eventuell diese Freiflugblätter montieren. Der Schwerpunkt des Helis stimmt nur bei nicht voll eingeschobenem Lipo, der Akku sollte also nur so weit eingeschoben werden, dass beide Stege der Halterung sicher greifen. Lediglich bei ständiger schneller Bewegung des Helis könnte der ganz eingeschobene Akku (Schwerpunkt weit vorne) sinnvoll sein. Weil sich das flybarless System erst bei laufendem Rotor initialisiert, kann der Heli beim Initialisieren in einer beliebigen Lage gehalten werden, darf dann aber keinesfalls bewegt werden, bis der Vorgang beendet ist. Der Sender sollte mindestens fünf Sekunden zuvor eingeschaltet werden.
Wenn die Taumelscheibe bei neutraler Trimmung horizontal steht (was beim korrekt mechanisch eingestellten Heli immer der Fall ist), kann der mCPX dank flybarless System nach Anlaufen des Rotors mit einem mäßigen Gasschub zum senkrechten Steigen ohne jede seitliche Drift bewegt werden. Es fiel uns sofort auf wie vibrationsarm und relativ leise der Heli in den Schwebeflug kam. Lediglich sehr hohe Pitchwerte machen den Lauf etwas rauer, und können in Kombination mit anderen kleinen Unwuchten eventuell Vibrationen anregen. Werte über den von uns verwendeten 8,5 Grad würden wir daher unbedingt meiden. Man muss dabei bedenken, dass zum kollektiven Pitch ja noch der beim mCPX nicht gerade kleine zyklische Pitch der Nick/Roll Steuerung hinzukommt. Im Gegensatz zu der extrem hohen Empfindlichkeit von Nick und Roll, die wir mit Dual Rate und Expo absenken mussten, ist die Reaktion in Gier (zu) träge. Auf starke Steuerimpulse in Nick und Roll reagiert der Heli sauber, schnell und präzise. Das Heck verhielt sich bis auf die eher geringe Wirkung in Gier ebenfalls problemlos. Das Flybarless funktioniert beim normalen Rundflug hervorragend. Der mCPX verträgt leichte Luftbewegung erstaunlich gut, allerdings mag er speziell im Schwebeflug keine kurzen Turbulenzen. Diese führen zu ruckartigem Steigen oder Fallen und gelegentlich zu kurzen Schwingungen des vermutlich sehr stark eingestellten Flybarless. Um schnelle vertikale Bewegungen bei Turbulenz auszusteuern ist übrigens wegen des geringen Gewichts des Helis auch für den normalen Rundflug ein gewisser negativer Pitchbereich sinnvoll.
Auch im sonst sehr präzisen Schwebeflug will der mCPX speziell in engen Räumen ununterbrochen kontrolliert werden, das Flybarless zeigt eine starke Tendenz eine einmal eingenommene Position beizubehalten, bis aktiv gegengesteuert wird. Das führt zu Beispiel bei Nick nach vorne zu einer starken Beschleunigung die nur durch aktives Gegensteuern vom Piloten beendet werden kann. Was den versierten Profi freut ist für Anfänger jedoch gefährlich. Im Übrigen reagierte das Flybarless auch bei starker Neigung des Helis problemlos. Pirouetten fliegt der mCPX natürlich nach Rechts besser als nach Links, schließlich liefert ein Heckmotor keinen negativen Pitch. Erstaunlich harmlos verhält sich der Heli bei der Landung, durch den von uns eingestellten leicht negativen Pitch ( -3,5 Grad bei Gas Null) klebt er nach dem Aufsetzen bei auslaufendem Rotor geradezu am Boden und kippte auch im niedrigen Gras nicht um bis der Rotor steht, für einen CP eine sehr nützliche Eigenschaft. Im Vergleich zum V120D03 ist der mCPX mit montierten Kunstflugblättern etwas schwerer zu beherrschen, zeigt aber das deutlich bessere Flugverhalten. Verwendet man die beigefügten Freiflugblätter, so ist der mCPX speziell bei leichter Turbulenz eher leichter zu fliegen als der V120D03, und hat auch mit diesen Rotorblättern das bessere Flugverhalten. Ob das auch für den V120D02 mit Pitchheck gilt, können wir leider nicht klären, ein echter Konkurrent zu mCPX könnte allenfalls der Walkera Genius CP sein.
Ärgerlich ist der Einsatz der LVC (Low Voltage Control) bei Akkuspannungen unter 3,0 Volt bei Belastung. Der Heli fällt dann zwar nicht ganz so schnell wie seine Brüder mCX2 und mSR vom Himmel, aber für einen CP immer noch recht schnell. Allerdings bemerkt man bereits vor dem drohenden "Exitus" deutliche Zeichen in Form nachlassender Motorleistung (nach ca. 5 Minuten) gelegentlich gefolgt von merkwürdigem Zittern der flybarless Stabilisierung in Roll, wir beenden die Flüge daher bei gut 6-7 Minuten. Der unbelastete Akku hat danach noch eine Spannung von ungefähr 3,7 Volt. Auch mit völlig intakten neuen Lipos sollte man den Timer für den Rundflug auf maximal 5-6 Minuten setzen, wer Kunstflug betreibt oder ältere Lipos verwendet sollte den Timer auf 3 bis 4 Minuten korrigieren. Das bei fast entladenen Lipos auftretende Zittern in Roll lässt uns vermuten, dass man den Heli nur mit hochwertigen Akkus fliegen sollte, um ein vorzeitiges Einbrechen der Spannung unter Belastung zu vermeiden.
Ganz lustig: Eine weitere Eigenschaft ist uns
aufgefallen: In bestimmten Situationen (zum Beispiel Windstille und schnellem
senkrechten(!) Sinken bei einer gewissen restlichen Motorleistung (also nicht
bei Gas "Null") kommt der mCPX wie ein großer manntragender Heli in ein Vortex,
und sinkt extrem schnell nach unten, was selbst mit Vollgas oft erst dicht über
dem Boden gebremst werden kann. Inzwischen wurde diese Beobachtung von uns auch
durch andere Piloten mit Videos bei YouTube dokumentiert, wo man sieht, wie der
Heli trotz Vollgas(!) rasant nach unten fällt. Im manntragenden Heli haben wir
diesen Zustand gelegentlich übungshalber eingeleitet, man entkommt daraus nur
durch den Übergang in Autorotoation (geht aber nicht in Bodennähe) oder durch
sofortige Fahrtaufname nach vorne, falls der Heli noch genügend steuerbar ist.
Das zweite Verfahren funktioniert auch beim mCPX.
Fazit: Unser Exemplar des mCPX kam in
absolut einwandfreien Zustand aus der Schachtel und flog nach entsprechender
Anpassung an die DX7 hervorragend. Das Bild links zeigt die gute Einstellung,
bei Pitch Null stehen die Servos in der Mitte des Regelbereichs, und die
Taumelscheibe steht korrekt. Im Bild ist der Heli 90 Grad nach rechts
gedreht, die Rotorblätter sind in den Blattgriffen um 90 Grad in Laufrichtung
gedreht, und zeigen durch die gestreckte Lage den Pitch Null an.
Da wir im Rahmen unserer Probe-Flüge keine richtige Langzeit-Erfahrung sammeln konnten, können wir auch nicht feststellen ob die doch erheblichen gemeldeten Probleme zum Beispiel mit zerbrochenen Lagern der Blattlagerwelle das Ergebnis von konstruktiven Mängeln oder lediglich die Spätfolgen von Crashbelastungen und mangelnder Kontrolle sind. Allerdings gibt es schon zu denken, dass uns eine solche Häufung von angeblichen Vorfällen bei entsprechenden anderen Fabrikaten wie dem Walkera V120D03 nicht aufgefallen ist. Wir wären also beim Fliegen mit dem mCPX sehr darauf bedacht anderen Personen nicht nahe zu kommen, bis das Problem geklärt ist. Inzwischen hat der Hersteller diesen Fehler erkannt und nachgebessert. Die neune Blattgriffe sind mit dem Buchstaben "B" gekennzeichnet, und sollte unbedingt nachgerüstet werden! Aus Erfahrungen anderer Piloten und den sofort nach Auslieferung aufgetretenen Engpässen bei der Ersatzteilversorgung folgt auch, dass die unglaubliche Crashfestigkeit der mCX und mSR beim mCPX keinesfalls erreicht wird: kein Wunder, denn einen crashfesten CP Heli kann es bauartbedingt prinzipiell nicht geben. Dennoch liegt die Crashfestigkeit des mCPX weit über der eines normalen CP, und ermöglicht damit einen wenigstens etwas entspannteren Betrieb. Es bleibt aber die Feststellung, dass der winzige mCPX sorgfältig gewartet und überprüft werden muss, eine gewisse Schlamperei verzeiht einem ein mCX2 oder sogar ein mSR, aber keinesfalls der mCPX. Dieser Hinweis gilt zumindest so lange, bis alle mCPX mit den Blattgriffen der Version "B" ausgerüstet sind. Ein weiteres Problem kam später zum Tragen: Der "Schüttelfrost", Genaueres weiter unten im Abschnitt "Zum Nachdenken".
Die vor dem Verkaufsstart aufgetretene "muss haben" Hysterie ist schnell einer ruhigeren Beurteilung gewichen. Piloten mittlerer Begabung die die Hoffnung hegten nach dem mCX und mSR eine ebenso genial einfach zu fliegende Konstruktion für den nahtlosen Übergang zum CP zu erhalten kommen bedingt auf ihre Kosten, müssen jedoch unbedingt die beigefügten Feiflugblätter montieren. Ein normaler 450er ist einfacher zu fliegen als ein mCPX mit den Kunstflugblättern. Für ungeübte Koax-Piloten und Anfänger ist der mCPX unseres Erachtens kein brauchbares Gerät, was auch etliche Beiträge im Internet belegen. Begabte Umsteiger können den mCPX mit den Freiflugblättern nutzen, dabei ist die für einen CP extrem einfache Technik des mCPX ein großer Vorteil, die sonst komplizierte Einstellung von Mechanik, Regler und Gyro entfällt ersatzlos. Wer als geübter Rundflieger an einen Einstieg in den Kunstflug denkt, ist mit dem mCPX vermutlich gut bedient, weil hier wegen der geringen Masse eine reduzierte Crashgefahr besteht. Trainieren sollte man dann über einem möglichst weichen Untergrund, und vor einem Aufprall unbedingt den Motor abschalten. Auch geübte Piloten und Profis werden an dem Heli ihre Freude haben, ist er doch in Hinblick auf (wenn auch begrenzten) Kunstflug trotz der geringen Flugdauer einer der momentan besten Microheli auf dem Markt. Kauft man ihn gleich mit einem ordentlichen Spektrum DSM2 oder DSMX Sender, so ist man auch für andere Anwendung auf der sicheren Seite, weil diese Sender auch für anspruchsvollere Helis absolut ausreichende Spitzenprodukte sind. Trotz überwiegend guter Kritiken zum mCPX sollte der Hersteller darüber nachdenken, ob nicht in einigen Punkten ein gewisser Nachbesserungsbedarf besteht, bei den Blattgriffen hat der Hersteller das ja schon erkannt, und das Sicherheitsrisiko hoffentlich behoben.
Achtung: Die in professionellen Testberichten des mCPX aufgestellte Behauptung jeder Pilot der einen Single Rotor Heli sicher schweben könne, käme auch mit dem mCPX problemlos klar, gilt allenfalls nach der Montage der beigefügten Freiflugblätter. Selbst Piloten die einen "zahm" eingestellten 450er CP problemlos im Rundflug bewegen, können vom mCPX mit den original montierten Kunstflugblättern erheblich gefordert werden. In der Reihe mCX2 - mSR - mCPX klafft im Anforderungsniveau eine deutliche Lücke zwischen mSR und mCPX. Der mCPX mit Freiflugblättern ist für Umsteiger auch wegen der für einen CP extrem einfachen Technik als nächster Schritt nach dem mSR geeignet, der vergleichbar gut geeignete Walkera V200D02 fliegt erheblich unpräziser, hat dafür aber eine wesentlich längere Flugzeit.
Für geübte Piloten und Kunstflug-Aspiranten ist der mCPX ein genialer Trainer auf engem Raum, und eine interessante Abwechslung bei gutem Wetter im Freien. Der mCPX ist für diese Piloten ein "muss haben". Ungeübte Piloten sollten eventuell verzichten, oder zumindest die Freiflugblätter montieren.
Der mCPX hat es schwer, waren doch seine Brüder mCX2 für Anfänger und mSR für fortgeschrittene Anfänger jeweils auf ihrem Gebiet geniale Konstruktionen, aber mit etwas Nachsicht und Wohlwollen könnte man auch den mCPX durchaus als geniale Konstruktion im Bereich mini-CP bezeichnen. Interessenten sollten sich aber auch den Walkera Genius CP anschauen, für ungeübte Piloten eine eventuell sogar etwas geeignetere Lösung.
Achtung: Wer den Heli kaufen will, sollte unbedingt zuvor mal die Ersatzteilpreise anschauen, und mal probeweise die Hotline des Importeurs anrufen!
Zum Nachdenken: Da sich der mCPX langsam aber sicher (und verdient) zu einer Art "Kultobjekt" entwickelt, gibt es in den Foren eine Menge Information zu Modifikationen und "Verbesserungen", die wir hier aber nicht vorstellen wollen. Einige davon sind sinnvoll, andere mehr oder weniger unsinnig oder sogar schädlich. Da ein Heli aus der Schachtel heraus ordentlich und dauerhaft fliegen sollte warten wir mal ab, wie sich unsere mCPX im längeren Betrieb halten werden. Auf keinen Fall werden wir anfangen an dem Miniteil nervige Änderungen vorzunehmen, wir wollen Fliegen und nicht im Keller hocken und pingelige Modifikationen vornehmen. Sollten tatsächlich so viele Mängel am mCPX auftreten wie in den Foren beschrieben, könnte man den Heli ja nur etwa 20 Akkuladungen bis zum Defekt fliegen. Das können wir uns nicht vorstellen, und vermuten zunächst mal dass der mCPX von diesen Piloten unsachgemäß behandelt wurde. So wickelte sich mal bei der Landung ein Grashalm um die Taumelscheibe eines unserer drei mCPX, und zwei Akkuladungen später war ein Servo defekt, Zufall? Die Leistung der Hauptmotoren schein allerdings zu streuen, nur einer unserer drei Helis hatte eine wirklich gute Motorleistung, die anderen zwei kamen da nicht ganz ran. Sehr bedenklich ist das Problem mit unserem dritten mCPX, dieser Heli hatte aus der Schachtel heraus den "Schüttelfrost", was auch vom Händler sofort als Garantiefall akzeptiert wurde. Nach der Reparatur bei Horizon Hobby war der Fehler leicht reduziert, aber nicht behoben, in diesem Zustand hätten wir den Heli zum Beispiel nie verkaufen können. Nach einem Austausch des Helis war das Problem erst recht schlimm, und wir haben entnervt aufgegeben. Von 5 mCPX waren nur zwei wirklich einwandfrei, mit den anderen drei Helis waren wir nicht zufrieden, Ursache war immer der "Schüttelfrost", was uns sehr bedenklich stimmt. Auf jeden Fall würden wir Käufern dazu raten, mit halb leeren Akkus stark schüttelnde Exemplare sofort zu reklamieren.
Hinweis: Man beachte unbedingt das deutlich entschärfte Flugverhalten mit den "Freiflugblättern" mit der angegossenen Nase.